Garten neu anlegen: so geht‘s

Ein eigener Garten kann vieles zugleich sein: Entspannung- und Rückzugsort, Abenteuerspielplatz oder Urlaubsdomizil vor der eigenen Haustüre. Ob großzügig angelegte Blumenwiese, Pflanzenparadies oder riesige Terrasse: Beim Anlegen sollten Sie bereits im Vorfeld einiges bedenken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren eigenen Garten neu anlegen, wie Sie bei der Planung vorgehen, welches Material benötigen und wo Sie eventuell Geld einsparen können.

Garten neu anlegen
Wenn Sie Ihren eigenen Garten neu anlegen, gibt es Einiges zu beachten.

Inhaltsverzeichnis

Die Vorbereitung

Sie möchten Ihren eigenen Garten komplett neu anlegen? Da Sie im Grunde bei Null anfangen, benötigt ein Projekt dieser Art eine gute Vorbereitung. Klären Sie zunächst grundlegende Dinge, bevor Sie sich an die Auswahl von Blumen und Möbeln machen.

  1. Schauen Sie sich in der Umgebung um: Passt die Idee, die Sie von Ihrem Garten haben, zu den anderen? Lassen Sie sich inspirieren! Es spricht jedoch auch nichts dagegen, einen alternativen Garten anzulegen, wie etwa einen Steingarten.
  2. Beachten Sie das Gartenrecht: Grundstückgrenzen, Wegerechte und Nachbarschaftsgesetze zu kennen, kann Streitereien verhindern. Vor allem beim Sichtschutz zum Nachbarn kann schnell Streit aufkommen.
  3. Bringen Sie in Erfahrung, wo Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlaufen, bevor Sie anfangen zu planen und vor allem bevor Sie Bäume setzen. Nicht alle Baumarten lassen sich leicht wieder versetzen. 

So gehen Sie vor

Die Gartenplanung

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – in diesem Fall in Form eines Plans. Wenn Sie einen Garten neu anlegen möchten, dann muss im ersten Schritt ein Gartenplan her. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

  • Bemessen Sie die Flächen des Grundstücks, sofern kein Vermessungsplan zur Verfügung steht.
  • Legen Sie die Aufteilung des Gartens fest und achten Sie dabei auf Himmelsrichtungen (eine Lounge sollte beispielsweise eher in der Sonne liegen, bestimmte Pflanzen bevorzugen eine schattige Lage). Himmelsrichtungen spielen zudem eine große Rolle bei der Gestaltung eines Feng-Shui Gartens.
  • Wenn Sie einen Pool, Teichanlagen, Möbel, eine Außenküche und Co. wünschen, sollten diese ebenfalls bereits bei der Planung mit einbezogen werden.
Garten planen
Bevor Sie beginnen, sollten Sie in einem Plan alle Elemente des Gartens festhalten.

So erstellen Sie einen Gartenplan

Sie brauchen:

  • Bleistift
  • Zeichen- und Transparentpapier
  • Kreisschablonen (optional)
  • Zirkel
  • Fineliner und Buntstifte

Phase 1

  1. Ist-Zustand mitsamt Sitz- und Rasenfläche sowie Kräuterbeete einzeichnen.
  2. Leeres Transparentpapier drüberlegen, gewünschte Elemente und Wege einzeichnen.
  3. Sträucher mit Kreisschablone und Bäume mit Zirkel eintragen, Beet- und Pflanzflächen schraffieren.

Phase 2

  1. Leeres Transparent exakt drüberlegen und fixieren.
  2. Umrisse mit Fineliner übertragen, gewünschte Möbel ergänzen.
  3. Mit Buntstiften Wunschfarben andeuten (die Pflanzenarten, die Sie sich vorstellen, sollten Sie auf einer separaten Liste notieren).

Grobe Erdarbeiten

Wenn Sie Ihren Garten neu anlegen, gleicht der Untergrund oft einer kargen Wüstenlandschaft oder einem Chaos. Daher ist es ratsam, einen Landwirt oder eine Privatperson mit Fachkenntnissen zu engagieren, um die gesamte Fläche mit einem Traktor aufzulockern, zu begradigen und zu walzen.

Existieren alte Rasenflächen auf Ihrem Grundstück, sollten diese dabei abgetragen und anschließend entsorgt werden. Tipp: Unkraut sollte mitsamt Wurzel entfernt werden, da es sich sonst immer neu bildet.

alten Rasen entfernen
Alte Rasenflächen sollten Sie abtragen und Erde auflockern.

Rasen säen

Wer einen Rasen im eigenen Garten haben möchte, der hat die Wahl zwischen unterschiedlichen Sorten:

  • Rasen für Gärten mit wenig Sonne bzw. Wiesenflächen hinterm Haus,
  • Sport- und Spielrasen oder
  • Reparatur- und Regenerationsrasen unterschiedlicher Arten.

Die Aussaat sollte immer im Frühjahr erfolgen, da der Boden dann ein ausgewogenes Nässe-Niveau erreicht hat und es Regen- sowie Sonnentage gibt. Lockern Sie die Erde auf, verstreuen Sie die Samen gleichmäßig und gießen Sie die Saat zwei Mal täglich. Nach ein bis zwei Wochen sollte der Rasen zu sprießen beginnen. Noch mehr Tipps erhalten Sie in unserem Ratgeberbeitrag Rasen richtig säen.

Bäume und Pflanzen setzen

Sie möchten einen Baum im eigenen Garten? In den meisten Bebauungsplänen sind Bäume und Sträucher, die Sie einpflanzen dürfen, vorgegeben. Daher sollten Sie sich im Vorfeld darüber bei Ihrer Gemeinde informieren, ansonsten müssen Sie willkürlich gepflanzte Bäume unter Umständen wieder entfernen.

Die richtige Pflanzauswahl

Die Auswahl der Pflanzen sollte sich in erster Linie nach dem vorhandenen Boden und der jeweiligen Umgebung richten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, kann eine Bodenprobe hilfreich sein. Auch die Trockenheit des Bodens ist relevant, da nicht jede Pflanze in jedem Boden gedeiht. Leben Allergiker in Ihrem Haushalt, sollten Sie auf Birken und Haselnüsse verzichten. Sind Sie Hunde- oder Katzenbesitzer sollten Sie zudem darauf achten, keine für diese Tiere giftigen Gartenpflanzen (z. B. Maiglöckchen) im Garten zu pflanzen. Ein Fachmann kann Sie hinsichtlich der richtigen Pflanzenauswahl beraten.

Zäune und Dekoration

Ob Zaun, Mauer oder Hecke: Die Abgrenzung Ihres Grundstücks zur Straße oder zu dem des Nachbars können Sie frei gestalten. Im Falle eines kleinen Gartens kann eine offene Grenze aber auch dazu führen, dass das Grundstück mehr optische Breite und Tiefe erhält. Fällt die Wahl auf einen Zahn, haben Sie die Möglichkeit, diesen aus Holz, Metall oder Maschendraht zu errichten. Auch Natursteinmauern sind möglich, diese benötigen jedoch ein Betonfundament. Alternativ können Sie aber auch über Sichtschutz Pflanzen nachdenken. 

Terrasse und Möbel

Um ein harmonisches Gesamtbild zu erschaffen, sollten Sie ein Zusammenspiel zwischen Garten und Wohnhaus erschaffen – möglichst ohne Übergang. Dafür kommt eine Terrasse infrage, die aus Pflastersteinen, Holz oder Natursteinen besteht. Mit ein paar Loungemöbeln oder einer Esstischgarnitur erschaffen Sie so einen Wohnraum im Freien. Passende Pflanzen für die Terrassengestaltung sowie eine Sonnenschutz auf der Terrasse runden das Bild ab.

Gartenzaun anlegen
Die Grenzen zu Nachbarn und Straße können Sie frei gestalten, z.B. mit Zäunen, Pflanzen oder Steinmauern.

Technik für Beleuchtung und Co.

An die Technik für die Gartenbeleuchtung oder automatische Bewässerungssysteme sollten Sie frühzeitig denken. Verlegen Sie Anschlüsse, Steckdosen und Leitungen so früh wie möglich. Ansonsten kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass Sie nachträglich Gräben ausheben müssen, was mit unnötigen Kosten verbunden ist.

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Haustiere

Auch Ihre vierbeinigen Freunde sollten Sie bei der Gartengestaltung nicht vergessen. Ob Freigehege für Hasen und Meerschweinchen oder Auslauf für den Hund – Tiere brauchen Platz. Freiraum in Form von einigen Quadratmetern sollten Sie für Haustiere daher im Vorfeld einplanen. Was Sie sonst noch beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeberbeitrag Kleintierhaltung im Garten.

Spielraum für Kinder

Wenn Sie Ihren Garten neu anlegen und dabei an Ihre Kinder denken, eignet sich ein Spielplatz. Eliminieren Sie im Vorfeld alle Gefahrenquellen wie Gewässer (siehe dazu auch Pool kindersicher machen) bzw. decken Sie diese ab oder setzen Sie einen Zaum zwischen Garten und Straße, um ungebremsten Spaß zu ermöglichen. Vom Fußballtor über Rutsche und Schaukel bis hin zum Sandkasten sind der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Sie möchten Ihr Kind beim Spielen nicht aus den Augen lassen? Errichten Sie Bänke oder Sitzecken in der Nähe!

Gartenpflege

Nachdem Sie Ihren neuen Garten angelegt haben, müssen Sie diesen regelmäßig pflegen. Dazu zählt das Mähen des Rasens, der Schnitt und die Pflege der Bäume, Sträucher und Pflanzen sowie das Entfernen von Unkraut und Moos. Wenn Sie einen Gärtner suchen, der Ihnen dabei behilflich ist, dann geben Sie einfach Ihre Stadt oder Postleitzahl in die Suchmaske ein und finden Sie einen Fachmann in Ihrer Nähe.

Baumhaus
Für den Nachwuchs lassen sich Spielplätze oder Baumhäuser in den Garten integrieren.

Wenn der Winter kommt

Ab Oktober beginnt der Garten sich zu verändern: Da die Tage kürzer und kühler werden, verlieren die Bäume vermehrt ihre Blätter und Pflanzen, die nicht winterhart sind, sollten drinnen untergebracht werden. Schneiden Sie außerdem Kräuter zurück und decken Sie diese mit Reisig oder Tannenzweigen ab. Auch empfindliche Bäume lassen sich so vor Frost schützen. Unsere Ratgeberbeiträge Garten im Herbst und Garten im Winter bereiten Sie perfekt auf die kalten Temperaturen im Garten vor.

Regenwasserzisterne

Wenn Sie sich dazu entscheiden, eine Regenwasserzisterne in Ihrem Garten zu installieren, können Sie langfristig Kosten sparen und sorgen für nachhaltige Versorgung mit Wasser. Unter einer Zisterne versteht man im Grunde einen unterirdischen bzw. abgedeckten Sammelbehälter für Regenwasser, daher werden Zisternen oft auch Regenwassertank genannt.

1
Speicherung

Das Regenwasser wird in der Zisterne gespeichert, nachdem es gefiltert und gereinigt wurde.

2
Behälterüberfüllung

Überlaufendes Wasser läuft ab und versickert in einer Kiesummantelung oder gelangt in die Abwasserleitung.

3
Entnahme

Die Pumpe leitet das Wasser mithilfe des Prinzips der schwimmenden Entnahme in die Brauchwasserleitung.

Tipp: Wenn Sie in Ihrem Garten eine Regenwasserzisterne aufbauen, können Sie dafür Förderungen der entsprechenden Gemeinde erhalten. Infos liefert das Bau- und Umweltamt oder die jeweilige Gemeinde.

Garten neu anlegen: Kosten

Einen eigenen Garten neu anzulegen, bringt einige Kosten mit sich. Für das grobe Konzept der Gartenplanung müssen Sie bei Beauftragung eines Fachmanns mit folgenden Preisen rechnen:

GartengrößeKosten
bis 250 m²400 €
bis 500 m²500 €
bis 750 m²600 €
bis 1.000 m²700 €

Eine genauere Aufstellung finden Sie in unserer Garten und Landschaftsbau Preisliste sowie bei einem Fachberater in Ihrer Nähe.

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