>Wie legt man einen Nutzgarten an?

Gemüse aus dem eigenen Nutzgarten

Was ist schon der Bio-Trend, wenn Sie sogar Ihren ganz eigenen Nutzgarten anlegen? Mehr "Bio" geht eigentlich nicht: Eigenes Gemüse, eigene Kräuter, ideal aufeinander abgestimmte Mischkulturen. In unserem Gartenbau-Ratgeber erklären wir Ihnen, worauf Sie von der ersten Planung bis zum ersten Ernten achten müssen, damit die Selbstversorgung auf der Stelle gelingt.

Welche Gemüsesorten eignen sich für Beete?

Für den Fall, dass Sie noch nicht wissen, welche Gemüsesorten Sie säen möchten und wie aufwendig die Pflege dieser ist, geben wir hier einige Empfehlungen zum Gemüseanbau – vom Anfänger bis hin zum Gärtner Experten.

Gemüsegarten für Anfänger

Nutzgarten anlegen - Gemuesegarten fuer Anfaenger
Diese Gemüsesorten sind besonders für den Einsteiger im Gemüseanbau geeignet. Gerade Gartenanfänger sollten zu Gemüsesorten greifen, die gut mit widrigen Witterungen zurechtkommen und leicht anzubauen sind, wie etwa Mangold, Spinat und Radieschen. Letztere sind bereits nach einem Monat erntereif, während der Spinat acht Wochen und das Mangold sechs bis acht Wochen bis zur Erntezeit brauchen. Kohlrabi eignet sich aufgrund des geringen Platzbedarfs hervorragend für kleinere Lücken, z. B. zwischen Salaten. Kohlrabi braucht mit acht bis zwölf Wochen bzw. bei einigen Sorten 16 bis 30 Wochen länger bis zur Ernte, dafür können neben der Knolle auch die langstieligen Blätter gegessen werden. Buschbohnen sind ebenfalls für Anfänger geeignet, allerdings unter einer Bedingung: Die Bohnen mögen es warm und sonnig,

Gemüsegarten für Fortgeschrittene

Nutzgarten anlegen - fuer Fortgeschrittene
Von Gurken bis hin zu Tomaten bietet sich nahezu alles an, was einem Hobbygärtner mit etwas Erfahrung im Gemüseanbau das Herz höher schlagen lässt. Des Deutschen liebstes Gemüse, die Kartoffel, darf dabei natürlich nicht fehlen. Kartoffeln vertragen sich besonders gut mit Möhren, Tomaten, Gurken und Erbsen. Und auch süße Erdbeeren sind gern gesehen Nachbarn. Überhaupt lassen sich viele Gemüsearten frei untereinander kombinieren, solange genug Platz vorhanden ist und der Fruchtwechsel und die Fruchtfolge beachtet werden. So gehöre die Kartoffel, aber auch der Kürbis und die Gurke zu den Starkzehrern, die viele Nährstoffe benötigen. Nach der Pflanzung der Starkzehrer sollten im zweiten Jahr Gemüsesorten mit mittlerem Nährstoffverbrauch folgen, auch Mittelzehrer genannt, wie etwa Salat und Möhren. Im letzten Jahr sind schließlich die Schwachzehrer dran, wie z. B. Radieschen oder Zwiebeln.  Das hat den Vorteil, dass die Nährstoffe im Boden optimal genutzt werden. Im vierten Jahr sorgt ein umfassende Grunddüngung dafür, dass die Erde wieder gut gedüngt ist und die neuen Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgt werden.

Gemüsegarten für Experten

Nutzgarten anlegen - fuer Experten
Diese Gemüsesorten sind anspruchsvoll in der Pflege und daher eher für den erfahrenen Gemüseanbauer empfohlen. Blumenkohl hat z. B. einen hohen Wasserverbrauch, benötigt viel Licht und eine gute Luftzirkulation. Auch der Boden bedarf einiger Aufmerksamkeit, denn dieser muss lehmig, tiefgründig, kalkhaltig und einen pH-Wert von 6 bis 7 besitzen. Der verwandte Broccoli ist ebenfalls nichts für Anfänger, denn er braucht später viel Wasser und Nährstoffe. Die Erde muss deshalb regelmäßig gewässert, gehackt und gedüngt werden, sodass Ihnen mehr Arbeit entsteht als bei den vorherigen genannten Beeten. Gemüsebeete für Experten sind gerade für leidenschaftliche Selbstversorger der nächste Schritt, um ihr Repertoire zu erweitern.

Den Nutzgarten planen

Wenn Sie einen Nutzgarten anlegen möchten, ist es wahrscheinlich nichts Neues für Sie, aber im Herbst sollten Sie damit auch nicht mehr anfangen. Anfangen können Sie dann aber immerhin schon einmal mit der Planung für die Aussaat im kommenden Frühjahr. Gehen Sie dabei nach folgenden Parametern vor:

  • Lage und Größe der Beete
  • Wegeplanung zwischen den Beeten
  • Einfassungen

Die ideale Größe für ein einzelnes Beet können Sie am besten für sich individuell bestimmen. Als Faustregel gilt aber eine Beetbreit von ca. 1,20 - 1,30 Meter als ideal, da hier alles gut erreichbar ist für Menschen durchschnittlicher Statur. Wenn sie's ganz genau wissen möchten, knien Sie sich im Garten hin und messen Sie aus, wie weit Sie in dieser Position noch bequem greifen können. Der genaue Standort hängt zum großen Teil von der Sonne ab, denn nicht jede Gemüsesorte verträgt viel Sonne, während andere Sorten dringen auf sie angewiesen sind. Doch auch der Boden sollte nicht zu kurz kommen, denn je nach Sorte brauchen bestimmte Gemüsearten ganz besondere Nährstoffkombinationen und pH-Werte, um schnell und gut zu gedeihen. Anhand von gezielt genommen Bodenproben können Sie für relativ wenig Geld feststellen, ob die Erde für Ihren Nutzgarten geeignet ist.


Finden Sie den besten Dienstleister in Ihrer Nähe
für die Nutzgartenanlage!

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Ausgewählte Anbieter
  • Sparen Sie Zeit und Geld
  • Erfahrung aus mtl. über 63.300 Suchen
Jetzt den richtigen Landschaftsgärtner finden  >

Der richtige Weg zum Beet

Ebenfalls individuell gestaltbar sind natürlich die Wege zwischen den Beeten. Und auch hier gibt es grundsätzlich empfohlene Maße, und zwar von mindestens 30 - 40 cm für die kleinen Wege zwischen den Beeten und ca. 80 - 100 cm für den Hauptweg im Beet. Letzterer ist in der Regel – wenn überhaupt – auch nur gepflastert. Die kleinen Beet-Zwischenwege werden höchsten mit Mulch oder Holzhäcksel bedeckt. Der Weg zur nächsten Wasserstelle oder zum Kompostplatz bzw. Komposthaufen sollten ebenfalls in Ihrem Plan bedacht werden, um unnötig lange Wege zu vermeiden.

Einfassungen für Beete

Damit Sie an den recht schmalen Wegen nicht die zarten Beetpflanzen zertrampeln, fassen Sie die Beete mit witterungsbeständigen Holzbohlen ein. Hierfür eignen sich etwa die Robinie oder Eichenholz. Auch schmale Betonkantensteine sind geeignet und – falls nötig – zusätzliche Schneckenzäune. Und auch der Kompost sollte eingefasst werden, zum Beispiel mit Brettern.

Multi-Kulti im Nutzgarten

Aber welche Pflanzen schützen Sie denn hier nun vor Schnecken und unachtsamen Menschenfüßen? Eine natürlich ganz zentrale Frage beim Zusammenstellen von Nutzgärten. Welche Kulturen passen zusammen? Trennen Sie zunächst einmal nach Flächenbedarf, dann nach der Wachstumszeit und trennen Sie Hauptkulturen von Vor- und Nachkulturen. Letztere haben nur eine kurze Wachstumszeit und werden im Frühjahr oder Herbst ausgesät. Das kurze Wachstum gewährleistet, dass noch genug Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Eine mögliche Reihenfolge würde beispielsweise so aussehen:

  1. Im Frühjahr Radieschen, Rucola und Salate
  2. Als Hauptkultur Tomaten oder Paprika
  3. Ab Spätsommer Feldsalat und Senf

Wichtig hierbei ist, dass die Pflanzen aus den einzelnen Kulturen nicht aus derselben Familie stammen, da sie sich sonst die wichtigen Nährstoffe streitig machen und weniger für die jeweils nachfolgende Kultur zur Verfügung lassen. Ein neu angelegter Kulturgarten mag für den Anfang planungsintensiver sein, aber die Schritt für Schritt Aussähung macht sich schlussendlich bezahlt und spart Platz und Zeit.

Fruchtfolgen kombinieren – auf die Unterschiede kommt es an

Die Hauptkulturen gesellen sich nun in ihrer Beetparzelle mit Vor- oder Nachkulturen zusammen, wo sie entsprechend ihrer Fruchtfolge zeitlich versetzt angebaut werden können. Die besten Kombinationen der Kulturen im Nutzgarten zeichnen sich durch unterschiedliche Kulturzeiten aus, stammen aus unterschiedlichen Familien und bedürfen unterschiedlicher Nährstoffe.

Fruchtwechsel

Apropos Nährstoffe: Damit diese dem Boden nicht allzu einseitig entzogen werden und auch damit Schädlingen besser vorgebeugt werden kann, raten wir zum regelmäßigen Fruchtwechsel. Am besten, Sie belassen aus diesen Gründen keine Pflanzen aus derselben Familie über zwei Jahre in derselben Beetfläche.

Mischkulturen – Gemüsebeet anlegen

Ohnehin ist Abwechslung sehr gut für das Gedeihen des Nutzgarten. Viele mögen vielleicht, wenn sich die Kohlköpfe in Reih und Glied präsentieren. Doch natürlich hält am längsten, wenn es um die Pflanzen in einem Gemüsebeet geht. In einer optimalen Mischkultur machen sich die Pflanzen die Nährstoffe nicht gegenseitig streitig – oder gar die Fläche im Beet. Besser noch: In richtiger Kombination machen sich die Gartenpflanzen sogar gegenseitig stärker gegen Schädlinge und Krankheiten. Bestimmte Pflanzen sind sogar dafür bekannt gegen bestimmte Schädlinge zu schützen, wie z. B. Rosmarin gegen Möhrenfliegen und Kohlweißling oder Basilikum gegen Mehltau und weiße Fliegen. Die Mischkultur sollte möglichst so angelegt sein, dass die jeweiligen Gemüsepflanzen von der Schutzwirkung ihrer direkten Nachbarn profitieren. Sie könnten so zum Beispiel drei Reihen wie folgt pflanzen: eine Reihe mit Möhren,  danach eine Reihe Rosmarin und als letztes eine Reihe mit Kohl. Auf diese Weise bietet das Rosmarin gleich doppelten Schutz.

Wenn Sie an einem effektiven und gleichzeitig natürlichen, gesunden Nutzgarten interessiert sind, interessieren Sie sich sicher auch für die bei uns angeschlossenen Garten- und Landschaftsbauer. Sie helfen Ihnen beim Planen, Anlegen und Pflanzen eines Nutzgartens, der Ihnen jedes Jahr aufs Neue Freude machen wird!

Welches Gewächshaus ist das richtige für meinen Garten?

Schon seit der Kolonialzeit ist das Gewächshaus Sinnbild für wetterunabhängiges Kultivieren von Pflanzen. Heute gibt es viele verschiedene Ausführungen und eine Menge Technik. Mit uns finden Sie das richtige Gewächshaus und Unterstützung für den Gewächshaushbau.

Welche Pflanzen wohin im Garten?

Nicht jede Pflanze fühlt sich überall wohl. Sonnenlicht ist für viele sehr wichtig, und auch Schutz vor Wind und Wetter oder die Nachbarschaft zu anderen Pflanzen können ausschlaggebend für das Gedeihen Ihrer Gartenpflanzen sein. Wir geben Ihnen Tipps zur richtigen Pflanzenauswahl im Garten und den anliegenden Arealen.

Höchst anspruchsvoll: Hochbeete

Hochbeete sind ganz besondere, in sich abgeschlossene Biotope, die von wahrer gärtnerischer Handwerkskunst zeugen. Unser GaLa-Ratgeber zeigt, wie man Hochbeete anlegen kann und verdeutlicht auch, warum sich hier der Kontakt zu einem professionellen GaLa-Unternehmen lohnen kann.


Wie gefällt Ihnen diese Seite? Geben Sie mit einem Klick Ihre Bewertung ab:
4.60 - sehr gut
5 Abstimmungen