>Frühblüher – Vorboten des Frühlings
Frühblüher Schneeglöckchen
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Blumen vor dem Frühlingsbeginn: Frühblüher

Der Winter stellt besonders Pflanzen auf eine harte Probe. Erst der Frühling bringt Erleichterung und die ersten Pflanzen melden sich in Wäldern, Parks und Gärten zurück. Einige von ihnen lassen sich besonders früh blicken, weshalb sie passenderweise als Frühblüher bezeichnet werden. Warum sie überhaupt früher als andere Blumen auf der Bildfläche erscheinen und zu welcher Zeit man frühblühende Bumen am besten im eigenen Garten einpflanzt und pflegt, erfahren Sie in unserem 11880.com-Gartenbau-Ratgeber.

Primel
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Warum blühen Frühblüher eher auf als andere Blumen?

Frühblüher sind zum einen durch kurze Vegetationsperioden bedingt. Damit sind die Jahresabschnitte gemeint, in denen Pflanzen aktiv wachsen und gedeihen. Häufig findet man diese Pflanzen in Bergregionen, die in der Regel eine dreimonatige Vegetationsperiode besitzen. Andere Frühblüher findet man in Wäldern, genauer gesagt in den schattigen Bereichen unter den hochgewachsenen Bäumen. Diese bodennahen Pflanzen haben für die Keimphase nur wenig Zeit, denn sobald die Bäume die ersten Blätter bilden, wird es in den unteren Waldregionen schnell düster und ein gutes Wachstum wird mangels Sonnenlicht so kaum noch möglich. Hier ist also schnelles Handeln gefordert, was sich in einem frühzeitigen Keimen und Blühen äußert. Um auch in dieser frühen Phase dem kalten Wetter des Spätwinters standzuhalten, hilft ihnen ihr bodennahes, niedriges Wachstum weiter. Dank der Bodennähe, häufig auch inmitten von Laub, sind sie besser vor der Kälte geschützt. Zudem haben einige Pflanzen eine Strategie entwickelt: Die Nährstoffspeicherung mit Zwiebeln und Knollen. In den unterirdischen Speicherorganen werden die Nährstoffe gelagert, um zu einem späteren Zeitpunkt verwendet zu werden. Auf diese Weise können Zwiebelblumen auch kalte Temperaturen überstehen.

Welche Frühblüher Arten sind für Terrasse und Garten geeignet?

Es gibt eine Reihe von Frühblüher Arten, die für die Bepflanzung im Garten oder auf der Terrasse infrage kommen. Allen voran das Schneeglöckchen, welches mit seiner Blumenzwiebel die eben genannte Methode der Nährstoffspeicherung für sich nutzt und deshalb als eine der ersten Blumen aus dem Boden sprießt – selbst wenn draußen noch Schnee liegt.

Einige Frühblüher machen sich besonders gut im heimischen Garten. Die Blütezeit kann je nach Witterungsbedingungen und Standort variieren, dennoch gibt es im Normalfall gewisse Tendenzen. Je nach Pflanz- bzw. Aussaat-Zeit blühen einige Pflanzen zu verschiedenen Zeiten im Jahr, weshalb manche Pflanzenarten keine reinen Frühblüher sind. Für eine schnelle Übersicht haben wir einige der beliebtesten Frühblüher inkl. Blütezeit und Pflanzzeit für Sie zusammengestellt.

Blumenart Blütezeit Aussaat-Zeit / Vermehrung / Pflanzung
Schneeglöckchen Mitte Dezember bis März Während der Blüte und danach
Hyazinthe März bis Mai Oktober bis November
Netzblatt-Iris (bzw. Winter-Iris, Zwerg-Iris) Februar bis März Ende August bis Anfang September
Krokus Februar bis März September bis Oktober
Primel Januar bis April Mai bis Juli
Buschwindröschen Februar bis April Nach der Blüte
Schneeheide Dezember bis April Frühjahr
Christrose Dezember bis Februar September bis Oktober
Märzenbecher Februar bis April September bis Oktober
Winterling Februar bis März September bis Oktober
Stiefmütterchen März bis Mai August bis September
Tulpen März bis Mai September bis Oktober
Narzissen März bis April September bis Oktober
Blaustern März bis April September bis November

 

Nicht nur bei Blumen, auch unter den Sträuchern und Bäumen wie etwa der Zaubernuss, Winterkirsche oder Baumhasel findet man Frühblüher. Generell gilt, je milder der Winter war und je eher die Temperaturen steigen, desto früher kann mit Frühblühern gerechnet werden.

Blumenzwiebeln
© Fotoflora – istockphoto.com

Blumenzwiebeln lagern 

Einige Frühblühende (z. B. Schneeglöckchen) brauchen keine Hilfe bei der Vermehrung, man bezeichnet sie deswegen auch als „Wilde Frühblüher“. Mithilfe von Wind und Insekten werden die Samen in der Umgebung verteilt. Wer eine übermäßige Vermehrung verhindern möchte, muss die Zwiebeln nach der Austrocknung des Grüns herausnehmen, die überschüssige Erde wegputzen und sie anschließend bis zum Herbst an einen kühlen, dunklen, luftigen Ort aufbewahren, z. B. im Keller, bevor sie erneut an passender Stelle eingepflanzt werden. Bevor Sie die Zwiebeln erneut anpflanzen, sollten Sie diese einer kurzen Überprüfung unterziehen. Zwiebeln, die in ihrer Färbung auffällig vom Normalzustand abweichen, schimmelig, matschig oder vertrocknet sind, sollten nicht verwendet und stattdessen neu beim Fachmann gekauft werden. Beim Kauf gelten dieselben Regeln wie bei den eigenen Zwiebeln: Kaufen Sie nur gesunde Zwiebeln, die sich fest und glatt anfühlen und eine gesunde Farbe und Geruch aufweisen. Das Haltbarkeitsdatum wird zwar häufig mitangegeben, aber bei schlechter Lagerung können auch diese Zwiebeln vorzeitig kaputtgehen. Die Haltbarkeit ist ebenso der Grund dafür, warum auch online nicht immer alle Zwiebeln lieferbar sind – sie sind schlicht saisonbedingt.

Richtig Blumenzwiebeln einpflanzen 

Bei der Einpflanzung gilt sowohl für wilde als auch gezüchtete Frühblüher, dass man die richtige Höhe beim Einpflanzen findet. Das Loch sollte dabei etwa doppelt so hoch sein wie die Zwiebel oder Knolle, zudem muss die Sprossseite nach oben zeigen. Spezielle Zwiebelpflanzer helfen dabei, die richtige Höhe zu finden. Wichtig beim Einsetzen ist, dass der Boden gelockert wird, falls nötig auch mit einer Drainageschicht (z. B. Sand oder Kies). Auf diese Weise wird die Erde wasserdurchlässig, schädliche Staunässe vermieden und ein Verfaulen der Blumenzwiebel verhindert. Bei der Bepflanzung von Töpfen ist dagegen der nötige Platz nach unten und zu den Seiten hin wichtig, um den Wurzeln ausreichend Platz zu gewähren. Dafür kommen jedoch nicht alle Blumenarten infrage, denn einige von ihnen bilden ein weitreichendes Wurzelwerk, das nicht in Blumenkästen, Blumenkübeln und Blumentöpfe passt.
Der Abstand zwischen den Knollen und Zwiebeln sollte bei kleineren Exemplaren zwischen zwei bis fünf Zentimetern, bei größeren acht Zentimeter betragen. Zum Schutz vor Wühlmäusen und anderen Schädlingen können auch Drahtkörbe verwendet werden. Sind alle Blumenzwiebeln und Knollen gesetzt, wird humusreiche Erde darüber geschüttet und leicht angedrückt.

So gelingt die Frühblüher Pflege

Frühblüher sind in aller Regel pflegeleicht, lediglich Bodenarbeiten wie Hacken und Rasenmähen sollten vermieden werden, um das Wachstum nicht zu stören. Auch der Standort ist entscheidend für den richtigen Wuchs, da einige Pflanzen sonnigere Plätze bevorzugen (z. B. Hyazinthen, Tulpen), während es andere wiederum schattiger und feuchter mögen (z. B. Märzenbecher, Alpenveilchen, Krokusse). Bei der Einpflanzung sollte z. B. mit Kompost gedüngt werden, um genügend Nährstoffe in den Boden zu bringen.

Apropos Nährstoffe, die Zwiebeln brauchen auch nach der Blütezeit noch einige Zeit, um genügend Nährstoffe für die nächste Wachstumsperiode und anschließende Ruhephase anzusammeln. Aus diesem Grund sollten zumindest die grünen Blätter nicht abgeschnitten werden. Schneiden Sie stattdessen nur die verwelkten Blüten ab. Es kann jetzt außerdem noch einmal gedüngt werden, um den Pflanzen zusätzlich Kraft und Energie zu geben.


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