Die Eisheiligen 2022: Termine und Aufgaben

Unbeständiges Wetter über mehrere Wochen hinweg, doch Bodenfrost bleibt aus: Das sind Indizien dafür, dass die Eisheiligen sich nähern. Die wärmeren Apriltage, die auf länger anhaltendes warmes Wetter hoffen lassen, liegen hinter uns. Doch von Sommer ist noch keine Rede – vorerst bescheren uns, zumindest kalendarisch, die Eisheiligen. Wir zeigen auf, wann die Eisheiligen 2022 sind, wie es in den vergangenen Jahren aussah und was Sie dann im Garten erledigen sollten.

Eisheilige-2022
Die Eisheiligen bescheren uns Mitte Mai nicht selten noch einmal mit Frost. Schützen Sie Ihre Pflanzen daher gewissenhaft.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen finden an drei bis fünf Tagen Mitte Mai statt, in der Regel vom 11. bis 15. Mai. Man kennt sie unter den Namen

  • Mamertus,
  • Pankratius,
  • Servatius,
  • Bonifatius
  • und Sophia  (auch Kalte Sophie).

Das genaue Datum ist regional unterschiedlich. Grundlagen für den Zeitraum des jeweiligen Jahres sind Erfahrungswerte aus Wetterbeobachtungen und der Landwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte. Wann die Eisheiligen 2022 auf uns treffen, sehen Sie in der folgenden Übersicht:

Mamertus – Mittwoch, 11. Mai 2022

Pankratius – Donnerstag, 12. Mai 2022

Servatius – Freitag, 13. Mai 2022

Bonifatius – Samstag, 14. Mai 2022

Kalte Sophie – Sonntag, 15. Mai 2022

Die Entstehungsgeschichte der Eisheiligen

Betrachtet man die Eisheiligen aus der meteorologischen Sicht, ist die Sache eindeutig:

Anfang Mai steigen die Temperaturen am europäischen Festland meist bereits recht hoch. Da sich das Festland jedoch schneller erwärmt als der Ozean, kommt es zu Temperaturdifferenzen. Diese ziehen Tiefdruckgebiete nach sich. Dadurch verschieben sich Luftmassen, die in Richtung Norden ziehen, wodurch eiskalte Luftströme aus den nördlichen Polargebieten aufs Festland treffen. Wenn das passiert, sinken die Temperaturen wieder unter Null und es gibt Frost. Diese Tage gelten zusammengefasst als die Eisheiligen.

Die Bezeichnung „Eisheilige“ hat dagegen einen religiösen Hintergrund: Man orientierte sich hierbei an den kirchlichen Heiligenkalender und den darin benannten Heiligen, die ihre jeweiligen Gedenktage bzw. Namenstage haben – eben passend zu den Tagen, an denen die frostigen Tage im Mai stattfinden.

Eisheilige
Auf dem Festland wird es zu den Eisheiligen ganz schön kalt, wenn nicht sogar frostig.

Wann waren die Eisheiligen in den vergangenen Jahren?

JahrDatum der Eisheiligen
2020Montag, 11. Mai – Freitag, 15. Mai
2021Dienstag, 11. Mai – Samstag, 15. Mai
2022Mittwoch, 11. Mai – Sonntag, 15. Mai
2023Donnerstag, 11. Mai – Montag, 15. Mai
2024Samstag, 11. Mai – Mittwoch, 15. Mai

Dauer der Eisheiligen

Ob es sich bei den Eisheiligen um drei oder fünf Eisheilige handelt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Während man in Norddeutschland meist Mamertus als ersten Eisheiligen betrachtet, ist es in Bayern Servatius. Da sich die Kälte von Norden nach Süden ausbreitet, kommen die Eisheiligen dort auch früher und bleiben länger als beispielsweise in Bayern oder Österreich. Daher sollten gerade Gärtner aus nördlichen Regionen aufpassen, nicht zu früh zu pflanzen.

Bauernregeln rund um die Eisheiligen

Um die Eisheiligen ranken sich zahlreiche Bauernregeln, die sich bis heute standhaft halten. Die wichtigsten finden Sie nachfolgend:

  1. Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.
  2. Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  3. Wenn es am Pankratius friert, wird im Garten viel ruiniert.
  4. Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
  5. Pankraz und Servaz, zwei böse Brüder. Was der Frühling gebracht hat, zerstören sie wieder.
  6. Pflanze nie vor der Kalten Sophie.
  7. Vor Nachtfrost bist du nie sicher – bis Sophie vorüber ist.
  8. Vor Bonifatius kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.

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Gartenarbeiten während der Eisheiligen

Es gibt einige Pflanzen, die die Temperaturen rund um die Eisheiligen nicht vertragen und die Sie daher erst danach einpflanzen sollten:

  • Tomaten
  • Zucchini
  • Gurken
  • Basilikum
  • Bohnen
  • Sellerie
  • Begonien
  • Fisolen
  • Dahlien
  • Kübelpflanzen wie Margariten

Winterharte Gartenpflanzen wie Blattsalate, Kohlrabi, Zwiebeln und Radieschen, die auch Temperasturen bis -3 °C aushalten, sollten Sie vor den Eisheiligen anbauen bzw. ins Freie geben. Empfindliche Kübel- und Gemüsepflanzen vertragen Frost nicht und sollten daher an einen windgeschützten Ort gebracht werden. Falls Ihnen dabei die Erfahrung fehlt, sollten Sie einen Fachmann zur Rate ziehen. Geben Sie dafür einfach Ihre Stadt oder Postleitzahl in die Suchmaske ein.

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