>Garten ohne Chemie

Grüner Daumen ist stärker als chemische Keule

Die Diskussion über Pestizide, über Rückstände im Essen, über das durch Chemie verstärkte Sterben von Kleinlebewesen wie Bienen wird – zu Recht – immer lauter. Doch wie kann eine sinnvolle Alternative aussehen, wie lässt es sich bei der Gartenarbeit ohne Pestizide düngen?

pflanzlicher Dünger
© Singkham - istockphoto.com

Der wichtigste Grundsatz heißt: Gartenpflanzen stärken! Sind sie gesund und stark im Wuchs, werden sie resistenter gegen Erkrankungen. Schädlingsbefall kann ihnen weniger anhaben. Welcher Dünger für welchen Boden richtig ist, können für Sie die Fachleute im Garten- und Landschaftsbau zuverlässig austesten.

Blindlings Dünger ausstreuen nach dem Motto „viel hilft viel“, hat gerade im Hausgarten oft ungute Folgen. Ein Großteil der privat bewirtschafteten Gärten ist nämlich überdüngt. Ein schwacher Wuchs der Gartenpflanzen kann ebenso die Folge von zu viel Gartendünger sein wie von Nährstoffmangel. Lieber mehr die Pflanzen stärken, als sie durch falsche „Fürsorge“ tatsächlich schwächen.

Garten ohne Pestizide

Garten ohne Pestizide
© Pixavril - istockphoto.com

Der natürliche Ansatz gilt auch beim Kompost, denn man kann kaum etwas falsch machen, wenn man abgelagerten Kompost auf die Beete gibt. Starkzehrer wie Tomaten vertragen auch frischen Kompost. Ihn selber herzustellen, ist ganz einfach: Mit zwei Behältern angesetzt, hat man immer den richtigen Dünger zur Hand. Auch kann man den Kompostansatz beider Mieten mischen.

So entsteht durch die Komposition eine gute Durchlüftung, die Pflanzenabfälle verrotten schneller und das ganz ohne chemische Beschleuniger. Lässt man dann noch in der Kompostecke Platz für Brennnesseln, hat man bereits den Ausgangsstoff für Brennnesseljauche, die für Gartenpflanzen Dünger und Schutz zugleich ist, beispielsweise gegen Blattläuse, Schorf und Mehltau.

Wichtig ist zu wissen, wie der Boden beschaffen ist und welche Gartenpflanzen ihren Platz finden sollen, damit man richtig düngen kann. Fertigdünger kann man in bestimmten Mischungsverhältnissen von Stickstoff und Kohlenstoff kaufen. Ein saurer Boden braucht eine andere Zusammensetzung als ein kalkhaltiger.

Möchte man natürlichen Dünger für seinen Garten verwenden, heißt es, sich vorab beim Landschaftsgärtner oder Fachbetrieb über die Eigenschaften des Düngers schlau zu machen. Frischer Pferdemist beispielsweise bildet in kalkhaltigen Böden Bikarbonat, das die Aufnahme von Eisen verhindern kann. Gelbe Blätter und schwächelndes Wachstum können eine Folge davon sein.

Gartenwissen vom Fachmann

Ein guter Indikator dafür, wie es um den Gartenboden bestellt ist, sind die sogenannten Zeigerpflanzen. Die erwähnten Brennnesseln lieben Stickstoff und Feuchtigkeit, deshalb gedeihen sie neben dem Komposthaufen so gut. Siedelt sich dagegen der Kleine Sauerampfer an, ist der Boden sauer und verträgt gegebenenfalls eine Kalkgabe zum Ausgleich.

Huflattich und Ackerschachtelhalm zeigen Staunässe an, eine Sandeinbringung kann Abhilfe schaffen. Ist der Boden zu sehr verdichtet und braucht dringend eine Auflockerung, machen sich Gänsefingerkraut und die Gemeine Quecke breit. Weitere hilfreichen Gartentipps zu diesem Thema können Ihnen Landschaftsgärtner oder die vielen weiteren interessanten Artikel unseres 11880.com-Gartenbau-Ratgebers geben.

Auch wenn es heißt, ohne Pestizide gegen Schädlinge an Gartenpflanzen vorzugehen: Selbst natürliche Mittel sind leider ebenfalls nicht generell unbedenklich. Pyrethrum zum Beispiel wird zwar von Chrysanthemen gewonnen, harmlos ist der Einsatz jedoch keineswegs. Haustiere und im Extremfall auch Kleinkinder können durch die Aufnahme dieses natürlichen Schädlingsmittels ebenso wie durch Pestizide gefährdet sein. Erfahren Sie hier worauf Sie auch achten sollten um Ihren Garten Kindergerecht zu machen.

Auch für Insekten ist es toxisch. Hier setzt dann wieder ein fataler Kreislauf ein, denn wenn Bienen sterben werden als Folge die Blüten nicht ausreichend bestäubt. Der Garten ist eben ein ausgewogenes Biotop, und bei der Gartenpflege kommt es immer auf eine ausgewogene Mischung an. Unsere Ratgeber helfen Ihnen, diese zu finden.

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